Erlauben wir uns eine Fingerübung. Nicht die reale, zähe Transformation über Jahrzehnte, sondern den reinen Modellfall: Über Nacht, per Fingerschnippen, verwandeln sich sämtliche rund 1,5 Milliarden zugelassenen Personenwagen dieses Planeten in batterieelektrische Fahrzeuge. Kein Verbrennungsmotor läuft mehr, kein Auspuff qualmt. Der Straßenverkehr wird schlagartig sauber. Ein verlockendes Bild. Doch genau hier lohnt sich ein Blick in der Tradition eines Frédéric Bastiat. In seinem Essay „Was man sieht und was man nicht sieht“ (Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas, 1850) unterschied der französische Ökonom zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren – zwischen der Wirkung, die vor unseren Augen liegt, und den Folgen, die sich anderswo, später oder verborgen ereignen. Das saubere Auspuffrohr ist das Sichtbare. Die kupfergefräste Grube in Chile, das Kobalt aus dem Kongo, das Kohlekraftwerk, das nachts die Ladesäule speist, der Batterieberg von 2045 – das ist das Unsichtbare. Wer nur das Erste sieht, ist, in Bastiats Worten, ein schlechter Ökonom. Weiterlesen „Wenn alle Autos über Nacht elektrisch würden
Gedankenexperiment über Strom, Rohstoffe und planwirtschaftliche Phantasie„
Wenn alle Autos über Nacht elektrisch würden
Ozeanien an der Spree
Auf dem Weg in Orwells dystopische Gesellschaft
George Orwell schrieb vor fast 80 Jahren seinen Roman „1984″ als Warnung – nicht als Blaupause. Und doch liest man das Buch heute mit einem Unbehagen, das weniger literarischer Natur ist als vielmehr diagnostischer. Wer die politische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland der vergangenen anderthalb Jahrzehnte nüchtern betrachtet, begegnet einem Staat, der in bemerkenswert vielen Dimensionen die Strukturmerkmale jenes fiktiven Ozeaniens reproduziert. Weiterlesen „Ozeanien an der Spree
Auf dem Weg in Orwells dystopische Gesellschaft„
Das Ende des Seins
Über die existenziellen Risiken der Menschheit
Die Menschheit wird auf dem Planeten Erde eines Tages aussterben. Die Frage ist nur: Wann und Wie. Die Frage nach dem Wann lässt sich kaum begründbar beantworten. Interessanter ist da schon die Frage nach dem Wie. Weiterlesen „Das Ende des Seins
Über die existenziellen Risiken der Menschheit„
Der Klima-Katechismus
Wie der Klimawandel zur Ersatzreligion wurde
Es gibt eine Beobachtung, die kann man machen, ohne auch nur ein einziges Mal die Frage nach der Physik des CO₂-Moleküls zu stellen: Wer in Deutschland laut und öffentlich die Klimapolitik der Bundesregierung kritisiert, riskiert dasselbe soziale Schicksal wie einst der Ketzer im spätmittelalterlichen Europa. Nicht Feuer und Schwefel, aber Ächtung, Schweigen und den Vorwurf, ein Feind der Menschheit zu sein. Das ist keine Metapher. Das ist Soziologie. Und es lohnt sich, dieser Soziologie einmal ernsthaft auf den Grund zu gehen — nicht um den Klimawandel zu leugnen, sondern um ein kulturelles Phänomen zu verstehen, das weit über die Atmosphärenphysik hinausgeht. Weiterlesen „Der Klima-Katechismus
Wie der Klimawandel zur Ersatzreligion wurde„
Der deutsche Freiheitsverlust
Zwischen Obrigkeitsstaat und Fürsorgeideologie
Deutschland gilt als liberale Demokratie. Doch ein genauerer Blick auf Geschichte, politische Kultur und gegenwärtige Debatten offenbart: Die Vorstellung von Freiheit als Abwesenheit staatlicher Bevormundung findet hierzulande kaum Resonanz. Stattdessen prägt ein tief verwurzelter Etatismus das Denken – von der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung über die „soziale Marktwirtschaft“ bis hin zu heutigen Regulierungsfantasien. Eine Spurensuche in einem Land, das Freiheit chronisch mit Sicherheit verwechselt. Weiterlesen „Der deutsche Freiheitsverlust
Zwischen Obrigkeitsstaat und Fürsorgeideologie„
Neun Milliarden für Meinungsvielfalt?
Demokratietheoretische Überlegungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Die Zahlen sind ebenso beeindruckend wie niederschmetternd: Über neun Milliarden Euro beträgt das Gesamtbudget von ARD, ZDF und Deutschlandradio mittlerweile, finanziert durch eine monatliche Haushaltsabgabe von aktuell 18,36 Euro sowie Werbeeinnahmen („duale Finanzierung“). Damit betreibt Deutschland das umsatzstärkste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt – mehr als das Doppelte der britischen BBC. Doch während die technologische Entwicklung längst eine beispiellose Medienvielfalt ermöglicht hat, bleibt der Rundfunkbeitrag eine Zwangsabgabe, der sich niemand entziehen kann. Aus libertärer Perspektive offenbart sich hier ein fundamentaler Widerspruch zwischen dem ursprünglichen Legitimationsgrund und der heutigen Realität. Weiterlesen „Neun Milliarden für Meinungsvielfalt?
Demokratietheoretische Überlegungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk„
Über den gesunden Menschenverstand
Das Paradox der Selbstverständlichkeit
Der gesunde Menschenverstand – ein Begriff, der so alltäglich erscheint, dass wir selten darüber nachdenken, was ihn eigentlich ausmacht. Aus libertärer Perspektive offenbart sich hier ein faszinierendes Paradoxon: Gerade die Prinzipien, die uns als gesunder Menschenverstand erscheinen – etwa dass man andere nicht bestehlen, angreifen oder töten darf – werden von staatlichen Akteuren routinemäßig verletzt, wenn auch unter dem Deckmantel der Autorität. Der amerikanische Philosoph Michael Huemer argumentiert in seinem Werk über den „Common-Sense Libertarianism“, dass libertäre Schlussfolgerungen nicht aus abstrakten philosophischen Axiomen, sondern aus eben jenem gesunden Menschenverstand erwachsen, den wir alle teilen. Weiterlesen „Über den gesunden Menschenverstand
Das Paradox der Selbstverständlichkeit„
Leben in der Postdemokratie (6)
Teil 6: Postscriptum - Kritik an Colin Crouchs Theorie
Einer der faszinierendsten Aspekte der Postdemokratie-Debatte: Die Diagnose war richtig, aber die propagierte politische Richtung war fundamental falsch. Colin Crouch schrieb aus einer sozialdemokratisch-linken Perspektive und sah die Hauptbedrohung in der Dominanz neoliberaler Wirtschaftseliten und multinationaler Konzerne, die demokratische Institutionen aushöhlen, um Deregulierung, Steuersenkungen und Marktradikalisierung durchzusetzen. Seine Sorge galt der Entmachtung des Sozialstaates, der Privatisierung öffentlicher Güter und der Unterwerfung der Politik unter wirtschaftliche Imperative. Die Postdemokratie sollte nach Crouch ein Werkzeug des Finanzkapitalismus sein, eine Herrschaft der Märkte über die Politik. Doch die Realität entwickelte sich anders. Genau das Gegenteil geschah. Weiterlesen „Leben in der Postdemokratie (6)
Teil 6: Postscriptum – Kritik an Colin Crouchs Theorie„
Leben in der Postdemokratie (5)
Teil 5: Freiheit in der Postdemokratie
Die postdemokratische Ordnung, wie sie sich in Deutschland und anderen westlichen Staaten herausgebildet hat, stellt klassische liberale Freiheitskonzepte vor eine fundamentale Herausforderung. Die Institutionen, die einst als Garanten individueller Freiheit galten – Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit, pluralistische Öffentlichkeit, Marktwirtschaft –, existieren zwar formal weiter, sind aber in ihrer Substanz ausgehöhlt. Was bedeutet das für die Zukunft der Freiheit? Weiterlesen „Leben in der Postdemokratie (5)
Teil 5: Freiheit in der Postdemokratie„
Leben in der Postdemokratie (4)
Teil 4: Postdemokratie in Deutschland
Deutschland gilt international als stabile, funktionierende Demokratie – ein Musterbeispiel für rechtsstaatliche Ordnung, wirtschaftliche Prosperität und politische Berechenbarkeit. Wahlen finden regelmäßig statt, das Parlament tagt, Parteien konkurrieren um Mandate, und die Gewaltenteilung scheint intakt. Doch hinter dieser verfassungsrechtlich einwandfreien Fassade vollzieht sich seit Jahrzehnten ein schleichender Transformationsprozess, der die Substanz demokratischer Selbstbestimmung aushöhlt. Weiterlesen „Leben in der Postdemokratie (4)
Teil 4: Postdemokratie in Deutschland„
