Erlauben wir uns eine Fingerübung. Nicht die reale, zähe Transformation über Jahrzehnte, sondern den reinen Modellfall: Über Nacht, per Fingerschnippen, verwandeln sich sämtliche rund 1,5 Milliarden zugelassenen Personenwagen dieses Planeten in batterieelektrische Fahrzeuge. Kein Verbrennungsmotor läuft mehr, kein Auspuff qualmt. Der Straßenverkehr wird schlagartig sauber. Ein verlockendes Bild. Doch genau hier lohnt sich ein Blick in der Tradition eines Frédéric Bastiat. In seinem Essay „Was man sieht und was man nicht sieht“ (Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas, 1850) unterschied der französische Ökonom zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren – zwischen der Wirkung, die vor unseren Augen liegt, und den Folgen, die sich anderswo, später oder verborgen ereignen. Das saubere Auspuffrohr ist das Sichtbare. Die kupfergefräste Grube in Chile, das Kobalt aus dem Kongo, das Kohlekraftwerk, das nachts die Ladesäule speist, der Batterieberg von 2045 – das ist das Unsichtbare. Wer nur das Erste sieht, ist, in Bastiats Worten, ein schlechter Ökonom. Weiterlesen „Wenn alle Autos über Nacht elektrisch würden
Gedankenexperiment über Strom, Rohstoffe und planwirtschaftliche Phantasie„
